zurück   vorwärts

In Vorbereitung | Neuheiten | Übersicht & Bestellung | Genres & Reihen | Autoren | Vergriffen | Warenkorb


 Autoren, Übersetzer
 und Herausgeber
 
 Martin Ahrends
 Gerhard Birk
 Joachim Boelcke
 Manfred Bofinger
 Tessy Bortfeldt
 Maximilian Böse
 Sabine Breithor
 Elfriede Brüning
 Walter Flegel
 Andreas Flügge
 Karl Gass
 Renate Groß
 Katie Hafner
 Reinhard Hentze
 Peter Huchel
 Klaus Hugler
 Ilse Kobán
 Edlef Köppen
 Christa Kozik
 Harald Kretzschmar
 Ralf-G. Krolkiewicz
 Tanja Neljubina
 Lonny Neumann
 Almuth Püschel
 Manfred Richter
 Manfred Rößler
 Hiltrud Rothe
 Holger Rupprecht
 Hans-Joachim Schreckenbach
 Käthe Seelig
 Carl Steinhoff
 Rudolf Steinhoff
 Heinz Thiel
 Jeanette Toussaint
 Wolfgang Tripmacker
 Axel Vieregg
 Jutta Vinzent
 Sabine Zangenfeind
 

Carl Steinhoff
wurde am 24. November 1892 in Herford/Westfalen geboren. Bald danach zogen seine Eltern nach Bielefeld, wo er dann das humanistische Gymnasium besuchte.
Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften in Marburg, Heidelberg und München. Bei Kriegsbeginn 1914 meldete er sich knapp 22jährig als Freiwilliger zu den Ulanen in Bielefeld. Über einen Fronteinsatz ist nichts bekannt; nach einem Granateinschlag wurde er verschüttet und war danach nicht mehr fronteinsatzfähig.
1916 Fortsetztung des Studiums in Königsberg und Berlin; Referendar-Examen im Dezember 1916; 1917 Promotion.
Das Kriegsende I. erlebt er als Referendar in Wilhelmshaven; Anfang der 20er Jahre erste Tätigkeit im Reichsministerium des Innern. Anschließend war er Legationssekreär an der Sächsischen Gesandtschaft in Berlin, danach Versetzung nach Zittau.
Als 30jähriger trat Steinhoff der Sozialdemokratischen Partei bei. Der Entschluß, sich politisch zu positionieren, reifte infolge seiner Erfahrungen mit dem Rat der Revolutionären Matrosen bei Kriegsende.
Das Beamtenleben zwang ihn zu häufigen Ortswechseln; so wurde er als Landrat nach Zeitz und 1928 als Regierungsvizepräsident nach Gumbinnen/Ostpreußen versetzt. 1930 Vizepräsident im Königsberger Oberpräsidium. Politische Auseinandersetzungen mit den erstarkenden Rechtskräften, die im Zuge der Entfernung aller sozialdemokratischen Führungskräfte durch Papen zur Versetzung in den einstweiligen Ruhestand führte. Nach der Machtergreifung Hitlers erfolgte dann durch Göring die Entlassung Steinhoffs aus dem Staatsdienst. Zusätzlich wurde ein Berufsverbot als Rechtsanwalt verhängt.
Mit finanzieller Hilfe seines Vaters baute er 1933/34 in Wilhelmshorst ein Einfamilienhaus und verbesserte sein "Privatleben" durch Übersetzungsarbeiten ins Deutsche; dabei entstanden die "Italienischen Novellen". Daneben Syndikus in einer unbedeutenden Berliner Papier- und Pappen-Großhandlung, das Kriegsende II. erlebte er mit seiner Familie in Wilhelmshorst.
Nach dem 8. Mai bewarb er sich um Arbeit in der neu entstehenden Verwaltung. Bernhard Bechler schlug die Ernennung aufgrund seiner Erfahrungen zum Präsidenten der Provinzialverwaltung Brandenburg Mitte 1945 vor.
Im November 1946 wurde Steinhoff nach den ersten - und vorerst letzten - freien Wahlen vom neugewählten Landtag zum ersten Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewählt.
Diese Tätigkeit endete formal mit der Gründung der DDR; auf Wunsch Wilhelm Piecks wurde er dann in Ostberlin der erste Innenminister der DDR.
Im Mai 1952 wurde er abrupt aus dieser Funktion entfernt und im 60. Lebensjahr "aus Gesundheitsgründen" in den vorzeitigen Ruhestand geschickt.
Eine Berufung für Staats- und Verwaltungsrecht an der Humboldt-Universität gab er 1953 auf.
Carl Steinhoff verstarb nach kurzer Krankheit am 19. Juli 1981.

Bei uns von ihm:
7 Italienische Novellen in der Reihe Wilhelmshorster